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Leitbild

Regionales Leitbild „natürlich! Mecklenburgische Seenplatte“

Das folgende Leitbild für die angestrebte Zukunft der Region Mecklenburgische Seenplatte wurde unter Einbeziehung der verschiedenen Akteure in der Region über Einzelgespräche und Arbeitsgruppen im Auftrag de Regionalen Planungsverbandes erarbeitet. Es soll allen Entscheidern und der Öffentlichkeit zur Orientierung, Motivation und Identifikation mit der Region sowie zur Werbung für die Region dienen.

natürlich! Mecklenburgische Seenplatte

Die Mecklenburgische Seenplatte verfügt über eine einzigartige Natur mit einem hohen Anteil an ausgedehnten Wald- und Seengebieten, die in ihrer Ursprünglichkeit und Vielfältigkeit einmalig sind. Sie bilden eine wichtige Grundlage für eine leistungsstarke und nachhaltige Wirtschaftsstruktur sowie für eine gesunde und hochwertige Lebens- und Wohnqualität.

Die typische ländlich geformte Siedlungsstruktur ist prägend und identitätsstiftend zugleich. Innnovation, Kreativität, Verantwortung und regionale Wertschöpfung sowie Verwendung vorhandener lokaler Ressourcen sind die kennzeichnenden Facetten der Mecklenburgischen Seenplatte und prägen sie als einmalige Region zum Leben und Arbeiten im Einklang mit Natur und Landschaft sowie mit lebenswerten Orten für Jung und Alt.

Natur und Landschaft übernehmen einen entsprechend zentralen Stellenwert für eine aktive Regionalentwicklung und werden durch Schutz und Qualifizierung langfristig gesichert. Des Weiteren werden sie durch geeignete Management- und Unterstützungsstrukturen sowie auch durch Umsetzung neuer Lösungswege, wie z.B. Konzepte zur Nutzung erneuerbarer Energien im Kontext von Erholungsräumen, robust entwickelt.

gesund! Leben

Die Schaffung und Sicherung gesunder Lebensverhältnisse in der Region ist Voraussetzung für körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger in allen Teilräumen der Mecklenburgischen Seenplatte. Hier zu leben, bedeutet, sich bewusst zugunsten der Vorzüge eines gesunden Lebens in und mit der Natur zu entscheiden.

Der Müritz-Nationalpark und die vier Naturparks sowie die zahlreichen Landschafts- und Naturräume stehen als bedeutende Schutzgebiete für die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt im Fokus, die als natürliche Lebensgrundlagen geschützt, gepflegt und behutsam entwickelt werden. Weiterhin verfügt die Mecklenburgische Seenplatte mit der charakteristischen ländlichen Siedlungsstruktur über wertvolle historische Kulturlandschaften, die in ihrer Gesamtheit das typische Erscheinungsbild der Region prägen und identitätsstiftende Merkmale für die Bevölkerung darstellen.

Die Sicherung eines funktionsfähigen Naturhaushaltes, der empfindlichen historischen Kulturlandschaftsräume sowie die Bewahrung und bedarfsgerechte Entwicklung in den Dörfern, Ortschaften und Städten sind notwendige Voraussetzungen für den Erhalt einer hohen Lebens- und Erlebnisqualität und somit für Gesundheit und Wohlergehen für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie ihrer Gäste. Damit verbinden sich nachhaltige Lebensweisen mit umweltverträglichen Mobilitätsformen, regionalen Energie und Wirtschaftskreisläufen, niederschwelligen und hochwertigen Kultur-, Freizeit- und Bildungsangeboten sowie auch mit den notwendigen Voraussetzungen für gesunde Ernährung aus möglichst regionalen Erzeugnissen.

In allen Teilräumen des Landkreises sind vielfältige kulturelle, bildungs-, freizeitbezogene und soziale Angebote in gesicherter Erreichbarkeit als attraktive Rahmenbedingungen zum Leben, Arbeiten, Erholen und Erleben verfügbar. Hierbei bieten insbesondere flexible Lösungsansätze unter Einsatz digitaler Möglichkeiten in den Bereichen Mobilität und Versorgung hervorragende Anknüpfungsmöglichkeiten. Die uneingeschränkte Zugänglichkeit von infrastrukturellen Angeboten in allen Teilräumen der Region wird für differenzierte Zielgruppen bereitgestellt und sichert Inklusion, soziale Teilhabe und Chancengleichheit für die Menschen als essentielle Voraussetzungen für ein würdiges Leben vor Ort und bis ins hohe Alter.

Innovative, digitalorientierte Ideen sind entscheidend, um die sozialen und technischen Infrastruktureinrichtungen auch langfristig und vor allem in den dünn besiedelten Räumen erhalten zu können. Die Mecklenburgische Seenplatte ist seit Jahren bundesweit Vorreiter auf dem Gebiet modellhafter Ansätze zur Sicherung der Daseinsvorsorge stets mit dem Ziel vor Augen, Lösungsansätze praxistauglich und übertragbar zu gestalten.

nachhaltig! Wirtschaften

Nachhaltig Wirtschaften heißt, die Wirtschaftsentwicklung in der Mecklenburgischen Seenplatte so zu gestalten, dass stets ökonomische, soziale und ökologische Ansprüche gleichermaßen berücksichtigt werden und in einem ausgewogenen Verhältnis zueinanderstehen. Mit diesem Grundverständnis werden Aktivitäten vorangebracht, die langfristig tragfähige, sozial gerechte und klimaschonende Wirtschaftsstrukturen befördern.

In der Region vorhandenes Wissen, Know-how und Erfahrung gilt es zusammenzubringen, für Innovations- und Synergiebeförderung zu nutzen und sinnvoll mit neuen Ideen, Technologien und Trends alternativer Formen des Arbeitens und Wirtschaftens in der Region zu verknüpfen.

Die Mecklenburgische Seenplatte verfügt mit den regionstypischen Branchen Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion sowie mit dem prosperierenden Tourismussektor, dem breit aufgestellten Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungssektor über eine leistungsstarke und profilierte Wirtschaftsstruktur. Als weiterer Wirtschaftszweig hat sich der Bereich Erneuerbare Energien etabliert, wodurch neue Impulse für die Wirtschaft und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Zentrales Ziel ist es nach wie vor, die Wertschöpfung von der Produktion bis zu den Endverbraucherinnen und Endverbrauchern regional auszurichten, um Kaufkraft in der Region zu binden und die Leistungsverflechtung zu stärken. Zahlreiche Kooperationen zwischen den Forschungseinrichtungen und Unternehmen befördern den Technologie- und Wissenstransfer und setzen wegweisende Impulse in Wirtschaft, Produktion und Handel. Für mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt verfolgt die Mecklenburgische Seenplatte eine an den endogenen Ausbildungs- und Arbeits- bzw. Fachkräftepotenzialen ausgerichtete Arbeitsmarktpolitik.

Dafür werden die Rahmenbedingungen bei Bildung, Ausbildung, Mobilität sowie bei Vereinbarkeit von Beruf und Familie stets in den Blick genommen und ein Schwerpunkt auf die Teilräume mit besonderen arbeitsmarktlichen Herausforderungen sowie auf  benachteiligte Bevölkerungsgruppen gesetzt.

gemeinsam! Handeln

Das gemeinsame Handeln ist bereits seit vielen Jahren gesetzter Leitgedanke in der regionalen Akteurslandschaft. Die hiermit verbundene starke Identifikation mit der Region Mecklenburgische Seenplatte bildet die notwendige Basis. Kooperation und  Zusammenarbeit, gemeinsame Strategien, Prozesse und Vorhaben mit Akteurinnen und Akteuren aus unterschiedlichen Themen- und Aufgabenbereichen sind Beleg dafür.

Gemeinsames Handeln bedeutet zunächst gemeinsames Auftreten nach außen und interregionale Zusammenarbeit im innerdeutschen und -europäischen Kontext. Ausgehend von der günstigen geografischen Lage der Mecklenburgischen Seenplatte im innerregionalen Kontext nutzt die Region alle Möglichkeiten zur Anbindung an die metropolitanen Räume und die vielfältigen Partnerschaften in unterschiedlichen Themenfeldern auf internationaler und interregionaler Ebene. Auf diese Weise werden neue Wirtschafts- und Wissenschaftsbeziehungen aufgebaut und gemeinsame Projekte zur Profilierung des Wirtschaftsstandortes Mecklenburgische Seenplatte initiiert und verwirklicht. Der Landkreis sowie die Städte und Gemeinden sind sich der schwierigen Rahmenbedingungen sowie auch ihrer Chancen als attraktive Region zum Leben und Arbeiten bewusst und kooperieren in unterschiedlichen Kooperations- und Akteurskonstellationen.

Gemeinsames Handeln spiegelt sich auch im innerregionalen Zusammenhang wider. Netzwerke, Vereine und bürgerschaftliches Engagement spielen für den sozialen Zusammenhalt eine zentrale Rolle. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Belebung in den Städten und Dörfern sowie zur Förderung von Integration, Inklusion und Demokratieverständnis und werden als unverzichtbare Helfer vor Ort unterstützt und angemessen gewürdigt.

In einer toleranten und vielfältigen Kultur sollen alle Menschen im Landkreis - unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Herkunft und Religion - Wertschätzung und Akzeptanz erfahren. Das Bewusstsein für unterschiedliche Lebensweisen, eigene Meinungsbildung und Toleranz soll gefördert werden. Gleiche Teilhabechancen sind der Maßstab für alle Entscheidungsprozesse, Beteiligungsformen und Maßnahmen. Inklusion (Einbeziehung von allen Menschen in die Gesellschaft), Diversität (Vielfältigkeit, moderner Gegenbegriff zu Diskriminierung, antidiskriminierende Maßnahmen) und Gender- Mainstreaming (Strategie zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter) sind für alle Maßnahmen handlungsleitend.