„Landschaftsgestaltung in der Mecklenburgischen Seenplatte - im Spannungsfeld von kulturellem Erbe, Schrumpfung und Energiewende"

 

Der Regionale Planungsverband Mecklenburgische Seenplatte nimmt seit 2017 am Modellvorhaben der Raumordnung „Landschaftsgestaltung in der Mecklenburgischen Seenplatte - im Spannungsfeld von kulturellem Erbe, Schrumpfung und Energiewende“ teil. 

 

Zielsetzung des Vorhabens

 

Das Modellvorhaben zielt darauf ab, das Thema "Landschaft und deren Transformation" mit Stakeholdern der Landnutzer (Bauernverband, Windenergiebranche, Tourismusverband, Landschaftspflegeverband), mit Gemeinden und sektoralen Fachbehörden in drei Teilräumen exemplarisch zu diskutieren und die jeweils spezifischen Perspektiven und Belange der einzelnen Akteure einzubinden. Die drei Teilräume spiegeln die wichtigsten Landschaftstypen und Transformationsprozesse in der Region wider:

(1) die Energielandschaft und Friedland mit Windenergie und Photovoltaik

(2) die zentralmecklenburgische Park- und Gutslandschaft als größte besonders wertvolle historische Kulturlandschaft in M-V zwischen Basedow und Hohenzieritz sowie

(3) die Peene-Tollense-Trebel-Flusslandschaft um Demmin mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft.

 

Auch die Chancen aktiver Landschaftsgestaltung im Kontext von Schrumpfung und demografischem Wandel werden beleuchtet.

Das im Rahmen des Vorhabens entwickelte Strategiekonzept "Regionale Landschaftsentwicklung MSE" soll abschließend in das formelle Regionale Raumentwicklungsprogramm (RREP MS) integriert werden.

 

Kurzbeschreibung des Vorhabens

 

Die Region Mecklenburgische Seenplatte (MSE) gehört zu den strukturschwachen, ländlich-peripheren Räumen mit bereits durch den demografischen Wandel bedingten, erheblichen Herausforderungen bezüglich der Sicherung der Daseinsvorsorge. Die landschaftliche Attraktivität mit dem einzigartigen Natur- und Gewässerreichtum und den wertvollen historischen Kulturlandschaften ist das wichtigste Potenzial für die Funktion der Region als Tourismusdestination. Seit der deutschen Wiedervereinigung hat sich die Tourismuswirtschaft von allen Wirtschaftszweigen am dynamischsten entwickelt und trägt neben der Landwirtschaft wesentlich zur Bruttowertschöpfung bei.

 

Mit ihren großen landwirtschaftlichen Anbauflächen und dem Windaufkommen verfügt die Region über ein wirtschafts- und umweltrelevantes Potenzial zur Produktion von nachwachsenden Rohstoffen als Energiepflanzen für Biomasse und zur Erzeugung von Windenergie. Bezüglich der Windenergie werden gegenwärtig im Rahmen einer Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Eignungsgebiete für Windenergieanlagen ausgewiesen. Die in diesen Eignungsgebieten raumordnerisch zulässigen Windenergieanlagen mit Höhen von bis zu 200 m und mehr stellen gegenwärtig den dynamischsten landschaftswirksamen Transformationsprozess dar. Landwirtschaftliche Unternehmen mit beträchtlichen Bewirtschaftungsflächen sind mit technologisch innovativem Maschineneinsatz die wenigen Hauptakteure der Landschaftsgestaltung. Die unternehmerischen Entscheidungen weniger Akteure beeinflussen somit den Wandel des Landschaftsbildes am stärksten.

 
 

Wesentliche Projektbausteine

 

ANALYSE

  • Baustein 1: Auswertung der vorliegenden Gutachten, Visualisierungen und des Landschaftsrahmenplans bzgl. Bewertung von Landschaften, Landschaftsbild und Landschaftswandel im Rahmen eines Expertenworkshops
  • Baustein 2: Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von insgesamt 6 Workshops in den drei Kooperationsräumen bzw. Teilräumen
  • Baustein 3: Vorbereitung, Durchführung und Auswertung einer zentralen Regionalkonferenz
 

UMSETZUNG

  • Baustein 4: Strategiekonzept zur regionalen Landschaftsgestaltung als Ergebnis der Projektbausteine 1 bis 3; Systematisierung von Trends, Leitbildern, Zielen und Visualisierungen der Landschaftsentwicklung entsprechend der unter Baustein 2 aufgeführten drei Teilräume
  • Baustein 5: Ableitung von möglichen regionalplanerischen Ziel- und Grundsatzformulierungen für die formelle Regionalplanung (RREP) sowie Herbeiführung eines Beschlusses im Regionalen Planungsverband über Fortschreibung des RREP u.a. auch zur Einführung von besonders wertvoller historischer Kulturlandschaft als neue Raumkategorie durch Gremienarbeit (Facharbeitsgruppe, Vorstand, Verbandsversammlung)